Einige Bemerkungen zum Kritischen Rationalismus als politischer Philosophie


Yoshihisa HAGIWARA

1. Grundzüge der politischen Philosophie des Kritischen Rationalismus
Hans Albert hat den Kritischen Rationalismus mit folgenden drei Komponenten beschrieben, die, wie ihm scheint, "durch die bisherige Diskussion nicht tangiert" worden sind.(1)

1)KONSEQUENTER FALLIBILISMUS, "der die prinzipielle Fehlbarkeit des Menschen in bezug auf alle möglichen Probleme betont, sich also auf die gesamte menschliche Praxis bezieht".

2) METHODISCHER RATIONALISMUS, "der ein am Prinzip kritischer Prüfung orientiertes involviert und die Rolle der konstruktiven und kritischen Phantasie im Problemlösungsverhalten in Rechnung stellt".

3)KRITISCHER REALISMUS, "der die Möglichkeit einer, wenn auch fehlbaren, Erkenntnis der Wirklichkeit ins Auge faßt und sich damit an der regulativen Idee der Wahrheit orientiert und der darüberhinaus für alle Bereiche der menschlichen Praxis diese Deutung der Realisierbarkeitsproblematik - und damit die Rolle von Erkenntnissen aller Art - akzeptiert".

Diese Charakterisierung ist, obwohl sie mir sehr zutreffend scheint, so allgemein und abstrakt, daß es schwer fällt, sich vorzustellen, wie der Kritische Rationalismus nun konkret aussieht. Diese Allgemeinheit und Abstraktheit entspringt primär der stark methodologischen Charakter des Kritischen Rationalismus. Demzufolge hat er tatsächlich sehr wenige inhaltliche Bestimmungen. Er stellt bloß ein "Rahmenprogramm" dar, "einen 'bloßen' Formalismus, einen Regelkanon, eine Methode oder eine Haltung", wie Willy Hochkeppel, selbst begeisterter Anhänger des Kritischen Rationalimus, schreibt.(2)
Dieses Rahmenprogramm gilt nach Albert eben für die gesamte menschliche Praxis. So sieht auch Popper keinen wesentlichen Unterschied zwischen Natur- und Sozialwissenschaften: "Die Methode der Sozialwissenschaften wie auch die der Naturwissenschaften besteht darin, Lösungsversuche für ihre Probleme - die Probleme, von denen sie ausgeht - auszuprobieren. Lösungen werden vorgeschlagen und kritisiert. Wenn ein Lösungsversuch der sachlichen Kritik nicht zugänglich ist, so wird er eben deshalb als unwissenschaftlich ausgeschaltet, wenn auch nur vorläufig".(3)

Weiter meint Popper: "Wenn er einer sachlichen Kritik zugänglich ist, dann versuchen wir ihn zu widerlegen; denn alle Kritik besteht in Widerlegungsversuchen. Wenn ein Lösungsversuch durch unsere Kritik   widerlegt wird, so versuchen wir es mit einer anderen. Wenn er der Kritik standhält, dann akzeptieren wir ihn vorläufig; und zwar akzeptieren wir ihn vor allem als würdig, weiter diskutiert und kritisiert zu werden. Die Methode der Wissenschaft ist also die des tentativen Lösungsversuchs (oder Einfalls), der von der schärfsten Kritik kontrolliert wird. Es ist eine kritische Fortbildung der Methode des Versuchs und Irrtums (trial and error)".(4)

Was nun die Politik anlangt, meint Popper: "Das Charakteristische ist gerade die Verbindung meiner Erkenntnistheorie und meiner Wissenschaftsphilosophie mit meiner politischen Philosophie. Die Hauptthese meines ersten Buchs 'Logik der Forschung' kann man so formulieren: Wir können von unseren Fehlern lernen. ... Es ist eine These meiner Wissenschaftstheorie, daß in der Wissenschaft noch etwas Besonderes dazukommt, nämlich der bewußte kritische Versuch, unsere Theorien zu falsifizieren. ... Charakteristisch für meine politische Philosophie (sie ist sehr einfach) ist, daß man in der Politik dasselbe tun soll".(5)

Über das bekannte Falsifikationsprinzip der Wissenschaften hinaus zieht Popper die gesellschaftlich-politische Konsequenz einer Stückwerk-Sozialtechnologie. "Piecemeal social engineering" heißt ein Problemlösungsverhalten, das innerhalb der Gesellschaft soziale Institutionen als Problemlösungsversuche ansieht. Die klassische Frage der politischen Philosophie, "wer herrschen solle", spielt für den Kritischen Rationalismus keine Rolle mehr, da sie ihr zufolge falsch gestellt sei. Vielmehr sollten wir fragen, wie wir politische Institutionen organisieren können, um den Schaden schlechter oder unfähiger Herrschaft möglichst gering zu halten.

Popper betrachtet die Politik, nach der summum bonum zu streben, als utopisch und verwirft sie. Stattdessen müsse man die jeweils dringendsten Übel der Gesellschaft bekämpfen, d.h. die rationale Politik muß immer eine Politik schrittweiser Reformen sein, die nicht auf die Verwirklichung irgendeines idealen Zustandes, sondern die Beseitigung eines Übelstandes, einer gesellschaftlichen Ungerechtigkeit abzielen.

Durch diese Politikkonzeption wird Popper oft als "negativer Utilitarist" bezeichnet. Aber Popper hat auch etwas, was er positiv zu bewahren weiß: Seine zwei sozialphilosophischen Hauptwerke 'Das Elend des Historizismus' und 'Die offene Gesellschaft und ihre Feinde' bringen das Poppersche Ideal der "offenen Gesellschaft" zur Ausdruck, wo die liberaldemokratische Gesellschaft gegen diktatorische, totalitäre Herrschaft verteidigt wird. In dieser Hinsicht würde, so glaube ich, der "Freiheitskämpfer" Popper sich nicht scheuen, als "Idealist" bezeichnet zu werden, obwohl er den "deutschen" Idealismus Hegelscher Abstammung hart attackiert.

Auch Albert sieht Politik ähnlich wie Popper und   verlangt, daß die Methode der Wissenschaft auch die Methode der Politik sein müsse. Allerdings bestehe das Problem der Überbrückung zwischen Erkenntnis und Entscheidung, zwischen Theorie und Praxis, das Albert mit Hilfe sogenannter Brückenprinzipien lösen will. Zwei Brückenprinzipien scheinen für Albert zentral zu sein: Das erste bezieht sich auf die Realisierbarkeit und heißt: "Sollen impliziert Können".(6) Das zweite ist das "Kongruenz-Postulat", das auf die Übereinstimmung zwischen kognitiver Bereich und normativem Bereich hinweist.(7) Außerdem kann man wohl zu den Brückenprinzipien noch ein weiteres zählen. Es ist das Prinzip der Unmöglichkeit eines theoretischen und sozialen Vakuums, und wendet sich damit gegen jeden Monismus. Dieses pluralistische Prinzip betont die Notwendigkeit einer steten Suche nach alternativen theoretischen Konzeptionen.(8) Eine Konzeption, die ohne Berücksichtigung von Gegebenheiten wie Tradition, Kultur oder Geschichte eine "ideale" Gesellschaft ganz neu zu errichten versucht, ist z.B. allein schon von dieser Prinzip aus unakzeptabel.

Zusammengefaßt hat der Kritische Rationalismus folgende Komponenten als methodisches Programm rationaler Politik:

1) Politik soll nur durch schrittweise Gesellschaftsreform betrieben werden und jeder Beteiligte soll kompromißbereit sein, da alle politischen Meinungen und Entscheidungen fehlbar sind. Dogmatisierung bisheriger Politik ist aus demselben Grund verwerflich. (KONSEQUENTER FALLIBILISMUS)

2) Soziale Konflikte sollen als zu lösende Problemer aufgefaßt und möglichst gewaltlos durch rational-kritische Diskussion gelöst werden. Pluralismus, Meinungsverschiedenheit, stets nach Alternativen suchende Phantasie oder Offenheit gegenüber jeglicher Kritik sind Komponenten der rationalen Politik. Voraussetzungen zur Verwirklichung der rationalen Politik sind institutionelle Ermöglichung und Sicherung von allen diesen Komponenten. (METHODISCHER RATIONALISMUS)

3) Man soll in der Politik immer ihre Realisierbarkeit im Auge behalten. Utopischer Radikalismus, sei er holistisch, sei er revolutionär, ist verwerflich. (KRITISCHER REALISMUS)

Neben solchen eher formalen überlegungen findet man bei Popper aber auch inhaltliche Äußerungen über politische Prioritäten:

a) Die Freiheit des Einzelnen müsse möglichst maximiert werden. (politischer Liberalismus)

b) Beseitigung der dringlichsten gesellschaftlichen Übel müsse Priorität haben. (negativer Utilitarismus)

c) Aufgabe der Politik sei es, den Leidenden zu helfen und nicht die Reichen zu unterstützen; die wirtschaftlich Schwachen müßten vor Ausbeutung geschützt werden. (polit-ökonomische Gerechtigkeitsforderung)

d) Gewaltanwendung solle möglichst vermieden werden. (Pazifismus)

Im folgenden Teil möchte ich diese politische Konzeption des Kritischen Rationalismus, gegliedert nach einigen Problemkreisen, kommentieren.

2. Wissenschaft und Politik (oder Theorie und Praxis)
Wie oben erwähnt, gibt es für den Kritischen Rationalismus laut Albert keinen Bereich menschlichen Lebens, wo seine Problemlösungsmethode der kritischen Prüfung nicht anwendbar ist. Viele Kritiker weisen jedoch darauf hin, daß diese Methode auf vielen Gebieten nicht so ohne weiteres anwendbar ist, so z.B. in der Politik.

Das Politikkonzept des Kritischen Rationalismus scheint solchen Kritikern ziemlich unrealistisch zu sein, weil das wissenschaftliche Ideal, >der Wahrheit näher zu kommen<, in den meisten Diskussionen der sozialen Praxis keine wichtige Rolle spiele. In der Politik gehe es vielmehr überwiegend um die Abwägung und Durchsetzung von Interessen. So gesehen hat die "freie Kritik" in sozialen Angelegenheiten, wo es nicht um Wahrheitsfindung, sondern um Interessendurchsetzung geht, nicht die gleiche Funktion wie in der Wissenschaft.

Ein typischer Kritiker mit solcher Auffassung ist z.B. Fritz Rahmeyer. Er behauptet, "daß die Übertragung der kritischen Methode auf den Bereich der politischen Praxis nicht generell möglich ist. ... Im politischen Bereich gelten andere Verhaltenskriterien als im Wissenschaftsbetrieb. Das auf Erkenntnisse basierende rationale Argument hat hier einen geringeren Stellenwert, es muß häufig hinter den interessengefärbten Argumenten der politischen Akteure, insbesondere der Verbände, zurücktreten. Politik ist zumindest ebenso ein Kampf um Macht - und Interessenverteilung - wie eine Suche nach neuen und besseren Problemlösungen."(9)

Weiter greift Rahmeyer den Anspruch Alberts auf, eine Verbindung zwischen Logik und Politik herzustellen. Für Albert nimmt Politik den Charakter rationalen sozialen Experimentierens und rationaler Diskussion zwischen Verfechtern verschiedener Auffassungen an. Diese experimentelle Politik kritisiert Rahmeyer folgendermaßen: "Weder die Durchführung kurzfristiger politischer Programme noch vor aller die Verbesserung und Weiterentwicklung der bestehenden Wirtschafts- und Sozialordnung entsprechen in der Praxis der Methode der experimentellen Politik. Vielmehr ist die Tendenz zu beobachten, daß die politischen Akteure an einmal entwickelten Problemlösungsmustern und institutionellen Regelung festhalten und diese der kritischen Überprüfung und der Suche nach Alternativen zu entziehen versuchen."(10) Für Rahmeyer ist die Übertragung der kritischen Methode auf den Bereich der politischen Praxis irreal, weil sie weder den politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozeß beschreibt noch dessen Ergebnisse erklärt.(11) Er wendet sich auch gegen das Argument, die experimentelle Politik sei als Norm oder Ideal zu verstehen, da nicht Appelle an die Vernunft ausschlaggebend seien, sondern die jeweiligen Interessen.

Auch Helmut Spinner, ein ehemaliger Assistent von Albert, behauptet, daß die Übertragung des kritisch-rationalen Prinzips aufs alltägliche Leben durchaus nicht so rational sei, wie vorgegeben werde. "Als Entwurf einer Lebensform scheint das Programm des Kritischen Rationalismus also weniger empfehlenswert zu sein. Eine am Rechtfertigungsdenken orientierte Lebensweise könnte sich, wenigstens im Einzelfall, als rationaler (und humaner!) herausstellen."(12)

Auch wenn die oben genannte Kritik von Rahmeyer oder von Spinner auf den ersten Blick realistisch und plausibel erscheint, möchte ich hier einige Gegenargumente vorbringen:

Wie schon erwähnt, hat Hans Albert die Methode der kritischen Prüfung auf die gesamte menschliche Praxis übertragen. Sie ist, nach Albert, der "Entwurf einer Lebensweise, einer sozialen Praxis".(13) Albert hat damit gemeint, daß es im Leben eigentlich viel mehr kognitive Elemente gibt, die als Grundlage des alltäglichen Lebens, des Werturteils und der Bewertung dienen können, als man meistens glaubt. Werturteile oder Entscheidungen gehören nicht gänzlich zur willkürlichen, emotionalen Bereich. Politik ist zwar nicht immer rational, aber sie kann rational gestaltet werden, und solange sie rational gestaltet ist, kann man diese Politik gegenüber den Machthabern viel leichter kontrollieren, als eine Politik, die sich auf rein emotionale Prinzipien beruft. Wenn man übrigens die Ideengeschichte betrachtet, hat eine Politik der letzteren Art sich in der Geschichte oft als bloßer Deckmantel für totalitäre, diktatorische Herrschaft erwiesen.

Wir haben gesehen, daß es in der Politikkonzeption des Kritischen Rationalismus nicht primär um bestimmte politische Ziele geht, die ja im Lauf der Zeit überholt oder irrelevant werden, sondern um eine Methode, die der Politik rationalen Charakter verleiht. In diesem Sinne hat eine solche rationale Methode mit tatsächlichen (empirischen) Aktivitäten oder der menschlichen Psyche eigentlich nichts zu tun. Gewissermaßen kann man diese Methode in Analogie zur Logik verstehen. Logik an sich sollte nicht als "unrealistisch" oder "überflüssig" betrachtet werden, nur weil die Menschen in Wirklichkeit nicht immer und nicht ganz logisch denken, oder sich logisch verhalten.

Methodologisch gesehen kann eine Methode, sei sie kritisch- rational, sei sie willkürlich-emotional, weder falsch noch wahr sein. Es gibt nur erfolgreiche und gescheiterte Methoden. Und um dies zu beurteilen, braucht man Kriterien, womit man den Erfolg und Mißerfolg einer Methode abwägen kann. Mit anderen Worten: es genügt nicht, wenn man nur soziale Ordnungen, institutionelle Vorkehrungen und politische Maßnahmen als Problemlösungen auffassen wollte, die selbst prinzipiell >Hypothesen<-Charakter haben, denn es geht ja gerade um die Widerlegung, Revision und Bewährung solcher >Hypothesen<. Vielmehr sind Kriterien für die Bewährung politischer >Hypothesen< notwendig. Diese aber sind nicht der Wirklichkeit zu entnehmen, sondern müssen erst durch kritische Wertdiskussionen festgesetzt werden. "Um ihre vergleichsweise Leistung (also die Leistung der politischen >Hypothesen<... d.V.) und ihre relative Bewährung zu beurteilen, bedarf es nicht nur entsprechender Erkenntnisse - also etwa bestimmter Resultate wissenschaftlicher Forschung -, sondern darüber hinaus bestimmter Wertgesichtspunkte, die selbst wieder kritischer Analyse auf der Basis sachlicher Einsichten zugänglich gemacht werden können".(15)

Es ist zwar richtig, daß wir in der Politikkonzeption des Kritischen Rationalismus nur wenige konkrete, detaillierte Wertgesichtspunkte finden können. Maximierung individueller Freiheit, Priorität der Beseitigung dringlichster sozialer übel, polit-ökonomischen Gerechtigkeitsanspruch oder die Unterlassung der Gewaltanwendung - in solchen Vorstellungen Poppers kann man doch immerhin solche Kriterien erkennen. Sie sind aber vielleicht für die Abwägung verschiedener politischer Problemlösungen nicht zureichend, weshalb wir weitere Wertgesichtspunkte herausarbeiten müssen. Außerdem sollten sie keineswegs dogmatisiert werden, denn es gibt ja Fälle, in denen man die individuelle Freiheit im Interesse sozialer Gerechtigkeit beschränken muß. So ist eine stets neue Wertdiskussion auf sachlicher Grundlage notwendig. Sie ist sogar eine Voraussetzung für eine rationale Politik. Ohne sie scheint mir die politische Philosophie des Kritischen Rationalismus zu einer Rationalität zu führen, die zur Selbstzweck wird; mit anderen Worten: zur totalen Technokratie, der "stahlharten Gehäuse der Hörigkeit".

3. Problematik der "Stückwerk-ozialtechnologie"<
a) Was ist Sozialtechnologie?

Sozialtechnologie ist, wie jede andere Technologie, ein völlig zweck-rationales Verfahren, das etwas Theoretisches in ein technologisches System transformiert. So wie Theorien beinhaltet auch sie keinen praktischen Imperativ an sich, keine Empfehlungen, sondern nur informative Aussagen. Das Problem der politischen Revolution z.B. kann insofern eine sozialtechnologische Frage sein, als man eine informative, gesetzartige Aussage, wie die Aussage 'es gibt immer ein Interesse, das mit den politischen Gegebenheiten unmittelbar verbunden ist', in die folgende technologische Aussage transformieren kann: 'Es ist unmöglich, eine politische Reform durchzuführen, ohne Interessen zu verletzen'.
Eine Technologie beinhaltet keine normativen Prämissen. Das heißt aber nicht, daß sie von Interessen oder Wertgesichtspunkten frei ist. Eine Technologie ist, wie gesagt, ein zweckrationales System, und als solches setzt sie immer ihren "Zweck" voraus. Das führt aber nicht zur Verstoß gegen das Prinzip der 'Wertfreiheit'. Für eine Technologie ist es zwar notwendig, einen "erwünschten" Zustand als Handlungsmöglichkeit zumindest hypothetisch zu konstruieren, doch braucht dieser Zustand mit tatsächlichen Wünschen nichts zu tun haben. "Es würde z.B. auch genügen, daß unter Umständen eine Situation eintreten könnte, in der man bestimmte Wirkungen herbeizuführen oder zu verhindern wünscht".(16)
Geklärt ist damit nur, daß die Technologie an sich ein werturteilsfreues System ist. Nicht mehr werturteilsfrei ist es aber, wenn diese Technologie in die Praxis umgesetzt wird, denn eine solche Umsetzung verlangt eine Entscheidung - eine Entscheidung sowohl über den politischen Zweck als auch hinsichtlich der Mittel. Diese Entscheidung gehört selbst zur Bereich des Werturteils. Zur Erleichterung solcher Entscheidungen kann aber wiederum die Wissenschaft beitragen, wenn Mittel und Zwecke zu Gegenständen der wissenschaftlichen Forschung gemacht werden. In Wirklichkeit bezieht sich das Mittel zu einer Zweck nicht nur auf diesen angegebenen Zweck, sondern auch auf viele weitere soziale Gegebenheiten. Deshalb hat eine solche wissenschaftliche Forschung die Aufgabe, vorauszuberechnen, welche anderen Folgen neben der angestrebten Zweck auftreten können, wenn ein Mittel zur Verwirklichung angewandt wird. Wenn unerwünschte Folgen daraus erwachsen würden, müßte man nicht nur das Mittel, sondern auch den ursprünglichen Zweck selbst noch einmal überprüfen und wenn nötig durch einen anderen ersetzen. Kurz gesagt: Ein Zweck ist auch rational kritisierbar und ersetzbar, obwohl er nicht begründbar ist. Das obige Verfahren sollte man bei einer technologischen Konzeption keineswegs unterlassen. Dies gilt nicht nur, weil sonst das ganze System zur Ausdruck von reiner Zweck-Mittel-Denken wird, und auch nicht, weil die Entscheidung sonst der Irrationalismus ausgeliefert wird, sondern vor allem auch aus folgendem Grund: "Sehr viele, wenn nicht sogar die meisten, Übelstände des sozialen Lebens sind nichts anderes als unbeabsichtigte, schwer vorhersehbare und daher auch nicht ohne weiteres - etwa mit genügend gutem Willen - kontrollierbare Konsequenzen institutioneller Regelungen".(17)

Diese sozialwissenschaftliche Tätigkeit der Zweck-Analyse und Kritik kann unsere Entscheidung zwar erleichtern, aber nicht ersetzen. Wer von der Wissenschaft erwartet, daß sie an unser aller Stelle richtige Entscheidungen treffen und automatisch unsere Lebensqualität verbessern kann, ist nicht nur utopisch sondern auch unkreativ. Die reine Wissenschaft "sagt uns nicht, daß wir irgendeine der in Frage kommenden Möglichkeiten realisieren sollen, sie schreibt uns also nicht unsere Entscheidung vor. ... Die Notwendigkeiten des Handelns gehen stets über das hinaus, was uns die Erkenntnis liefern kann".(18)
Wenn man nun die tatsächlich betriebene Sozialtechnologie betrachtet, ist die Tendenz nicht zu übersehen, daß die Informationen für solche Entscheidungen ausschließlich von den technokratischen Machteliten und ihren Fachberatern monopolisiert werden, während Sozialwissenschaftler die Frage nach der möglichen Anwendungsnutzen ihrer Forschung in der Kommunikation mit politischen Entscheidungsträgern immer erst ex-post stellen.

Es ist zwar auch richtig, daß hinsichtlich komplizierter polit-ökonomischer Fragen die meisten Menschen Laien sind und nur wenige Spezialisten dafür Kompetenz besitzen. Wenn man hier aber >Rationalität< im Sinne von Effizienz oder Konsistenz durchsetzen will, muß man von der Demokratie Abschied nehmen, denn ein 'rationales' politisches System im Sinne der Befolgung einer konsistenten Leitlinie kann nur ein vollkommen diktatorisches System sein. Hier werden die Sozialwissenschaftler als 'Vermittler' besonders wichtig: Einerseits müssen sie, zumindest neben ihren eigenen Forschungen, versuchen, statt der ex-post-Betrachtung eine ex-ante-Orientierung zu akutuellen politischen Fragen zu geben. Andererseits haben sie die Aufgabe, komplizierte soziale Probleme für jedermann verständlich zu machen und das öffentliche Bewußtsein zu erhellen. Kurz: aufzuklären.

b) Warum Sozialtechnologie "schrittweise" sein soll

Da Popper bekanntlich in allem menschlichen und tierischen Verhalten, sogar von Amöben, das Prinzip der Problemlösung, der Methode von 'Versuch und Irrtum' sieht, kann es durchaus zweckmäßig sein, zunächst verschiedene Arten von Problemen etwas zu differenzieren.(19)

1) Im alltäglichen Leben hat man immer der Umwelt oder der Außenwelt gegenüber eine Vorstellung, wie sie sein soll. Diese Vorstellung ist normalerweise von der Realität entfernt. Ernst Topitsch sieht mit Recht im Versuch Realitätsdruck zu erleichtern eine Ursache der Illusionsbildung.(20) Doch kann man nicht leugnen, daß gerade die Diskrepanz zwischen Realität und Idealvorstellung soziales Geschehen als "Problem" bewußt macht. Sonst würden "die Armut, das Analphabetentum, die politische Unterdrückung und die Rechtsunsicherheit"(21) nie als "Problem" auftauchen. Gegenstand solchen Problembewußtseins ist die Umwelt oder die Realität; und die Lösung wird nach der Vorstellung des Handelnden als richtig oder falsch bewertet. Allerdings besteht hier die eigentliche Gefahr der Ideologisierung - falsch sei nicht die Idee, sondern die Wirklichkeit!

2) Ein "Problem" kann auch unabhängig von der Wirklichkeit auftauchen, wenn man z.B. ein konsequentes logisches System aufbauen will. Solange dieses System vage oder noch nicht vollkommen ist, muß man fehlende Teile ergänzen, um das Ganze perfekt zu machen. Diese Aufgabe ist auch ein "Problem". Der Maßstab, nach dem die Antwort zu dieser Problem gemessen wird, ist die Konsistenz des gesamten theoretischen Systems.
(theoretische Wissenschaft)

3) Wenn man z.B. die Struktur der Gesellschaft untersucht und darüber eine Erklärung (Theorie im weiteren Sinne) haben will, kann auch ein "Problem" auftauchen, falls die "Theorie" durch sachliche Kritik oder eine neue Entdeckung der Widerlegung ausgesetzt wird. Dabei soll das Kriterium, wonach eine Lösung bewertet wird, die Entsprechung der Theorie mit den Tatsachen sein.
(empirische Wissenschaft)

4) In Prüfungen an der Universität oder in der Schule wird auch ein "Problem" gestellt. Ein Problem in diesem Sinne liegt vor, wenn gewisse Teile eines logischen Systems, einer Theorie oder eines Wissenssystems für bestimmte Leute "versteckt" bleiben und die Aufdeckung richtiger Teile verlangt wird. Ein solches Problem kann man mit recht als "Rätsel" ("puzzle" oder "quiz") bezeichnen. Das Kriterium ist natürlich die Entsprechung der Antwort mit den versteckten Teilen.
(Puzzle oder sogenannte "normale Wissenschaft")

Nun man kann gewissermaßen sagen, daß sich die Poppersche Wissenschaftskonzeption hauptsächlich auf den 2. und 3. Typ konzentriert, hingegen die Kuhnsche auf den 2. und 4. Typ. Was man aber normalerweise als >politische Probleme< wahrnimmt, ist nichts anderes als der erste Fall.
Auch wenn die zu lösenden Probleme unterschiedlich sind, bleibt die Struktur einer problemlösenden Wissenschaft im Sinne des ersten Typs gleich der einer theoretischen Wissenschaft, da das theoretische System mit der Art und Natur der Problemstellung nichts zu tun hat. "Ernste praktische Probleme" (wie das Problem der Armut usw.), so schreibt Popper, "waren wichtige Ausgangspunkte der gesellschaftswissenschaftlichen Forschung. Aber diese praktischen Probleme führen zur Nachdenken, zur Theoretischen und damit zu theoretischen Problemen".(22) (Hervorhebung d. V.) Der Unterschied, der beide Wissenschaftstypen charakterisiert, kann nur im "Erkenntnisinteresse", also im Bereich der Heuristik oder des Entdeckungszusammenhangs liegen. Mit anderen Worten: der Unterschied liegt nicht in der Methode, sondern nur im Motiv der jeweiligen Forscher.

Auch wenn das "Motiv" des einzelnen Wissenschaftlers für den "Begründungszusammenhang", also für das Verfahren wissenschaftlicher Forschung sekundär ist, darf man die wissenschaftssoziologischen Untersuchungen des Forschungsmotivs und Problembewußtseins der "scientiffic community" als etwas "Außerwissenschaftliches" keinesfalls unter den Tisch fallen lassen. Wir haben in bezug auf die Sozialtechnologie auf die Gefahr hingewiesen, daß die verantwortungsethische politische Aufgabe der Sozialwissenschaft spontan aufgegeben wird, wenn die Identität einzelner Wissenschaftler im Namen der "Unparteilichkeit der Wissenschaft" auf die eines "homo scientificus" reduziert wird. Eine solche verantwortungslose Vernachlässigung hat mit dem Objektivitätsideal der Wissenschaft nichts zu tun.

Wie dem auch sei, es gibt hinsichtlich der formalen Struktur keinen Unterschied zwischen erklärenden und praxis-orientierten Wissenschaften: "Das logische Grundschema jeder Erklärung besteht also in einer logischen, deduktiven Schluß, dessen Prämissen aus der Theorie und den Anfangsbedingungen bestehen und dessen Konklusion das ist."(23) Bei der Sozialtechnologie, die wir hier diskutieren, sind die Anfangsbedingungen die komplexen Sachverhalte der real existierenden Gesellschaft und das Explikandum der erwünschte Zustand. Somit wäre für die Konzeption einer problemlösenden Wissenschaft folgendes Verfahren unbedingt notwendig:

a) die Feststellung, was der erwünschte Zustand ist.

b) die Feststellung der Gesetze, die den erwünschten Zustand als einen Wert der Variablen des Explikandums beschreiben können.

c) die Feststellung der konkreten Tatsachen (Bedingungen), die der Wert des Explikandums von b) entsprechen und

d) die Untersuchung der Möglichkeiten, diese Bedingungen von c) herzustellen.

Wenn man aber nach dieser Verfahren eine sozialtechnologische Konzeption entwerfen will, tauchen einige Schwierigkeiten auf, die für die gesamten Sozialwissenschaften spezifisch sind. Ganz abgesehen davon, daß wir allzu wenige, allzu unexakte sozialwissenschaftliche Gesetze zur Verfügung haben, braucht man kaum zu erwähnen, daß wir unbedingt öffentlicher kritischer Diskussion bedürfen, um den "erwünschten" Zustand zu bestimmen und Konsensus darüber zu finden. Die größte Schwierigkeit bei dieser Konzeption ist aber wahrscheinlich, wie schon oben angedeutet, daß das Erfolgskriterium der eigentlichen Widerlegung nicht die Entsprechung mit den Tatsachen, sondern die Entsprechung mit der am Anfang konzipierten erwünschten Zustand ist. Wenn die Vorstellung eines solchen "erwünschten" Zustands etwas allzu Ideales oder Vages verspricht, muß man vielleicht sogar eine Parusieverschiebung in Kauf nehmen. Das wäre nichts anderes als die Ideologisierung der Sozialtechnologie, die Popper als "utopische Sozialtechnik" ablehnt und wovor Topitsch immer wieder warnt. Und wir wissen auch: der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Um solche Ideologisierung zu vermeiden, sollte man unter dem "erwünschten" Zustand nicht die Verwirklichung irgendeines hehren Ideals, sondern die Beseitigung des jeweiligen sozialen übels verstehen. Außerdem kann eine zuerst optimal erscheinende Lösung in der konkreten Anwendung immer unerwartete, nicht vorhersehbare Nebenwirkungen mit sich bringen. "Man kann nur dann so etwas wie wissenschaftliche Methode in die Politik bringen, wenn man von der Annahme ausgeht, daß es keine politische Aktion geben kann, die nicht Nachteile, unerwünschte Folgen mit sich bringen würde. Nach diesen Fehlern suchen, sie finden, sie aufzeigen, sie analysieren und aus ihnen lernen - das ist die Aufgabe des wissenschaftlichen Politikers und des politischen Wissenschaftlers."(24) Der Unterschied zwischen "Stückwerk-Sozialtechnik" und "utopischer" Sozialtechnik scheint mir übrigens nicht primär in der Größe der sozialen änderung zu liegen, wie oft mißverstanden wird.

Popper hat das Schema des Wissenschaftswachstums einmal so formuliert:

P 1 --> VT --> FE -->P 2
P: Problem
VT: vorläufige Theorie
FE: Fehlerelimination

In der Sozialtechnologie sollte dieses Schema etwas anders aussehen:

Ü 1 --> VL --> ÜE --> Ü 2
Ü 1: ein zu beseitigendes Übel,
VL: vorläufige Lösungshypothese,
ÜE: die Anwendung der Hypothese (Übeleliminierung) und
Ü 2: der Auftritt eines neuen Übelstandes als unerwartete Wirkung.

c) Grenze der Stückwerk-Sozialtechnologie,p> Die Poppersche Politikkonzeption der Stückwerk-Sozialtechnologie wird von mehreren Kritikern scharf angegriffen. Zuerst kann man den Konservativismusvorwurf an den Kritischen Rationalismus nennen. Laut Rahmeyer z.B. erfordert die Stückwerksozialtechnologie folgende Voraussetzungen: 1) die mehr oder weniger zufriedenstellenden Ergebnisse der bisherigen Politik, 2) die Kontinuität der zu lösenden Probleme, 3) die Kontinuität der verfügbaren Instrumente zur Problemlösung. Damit sei die Stückwerk-Sozialtechnologie nur zu einer reaktiven, routinemäßigen Politik fähig und begünstige notwendig den gesellschaftlichen Status Quo.(25)

Mir scheint solche Kritik den Kernpunkt der Popperschen Konzeption verfehlt zu haben, denn die Stückwerktechnologie setzt gerade die Unzufriedenheit mit der bisherigen Politik voraus, die die bisherige Lösung als "zu lösendes Problem" bewußt macht und eine alternative Lösung notwendig erscheinen läßt. "Eine gewisse Kontinuität" ist nur ein anderer Ausdruck dafür, daß man die Realisierbarkeit der Politik berücksichtigen muß. Daß Sozialtechnologie nicht Technokratie bedeutet und einer herrschenden Minderheit kein Herrschaftsmittel bieten soll, habe ich wiederholt betont.

Andere Kritiker weisen im Zusammenhang mit dem Konservativismusvorwurf auf den Mangel an Strukturanalyse bei der Politikkonzeption des Kritischen Rationalismus hin. So schreibt Peter Clever: "Da der Stückwerksozialtechniker weniger nach den strukturellen Voraussetzungen eines konkreten sozialen Mißstandes fragt, und deshalb auch kaum Maßnahmen zu deren Veränderung trifft ..., kuriert er möglicherweise nur am Symptom. Nicht nur bewahrt er die Gesellschaftsstruktur vor Veränderungen, sondern er festigt sie noch. .."(26) Um seine Argumentation zu illustrieren, braucht man sich vielleicht nur ärztliche Behandlungsmethoden vorzustellen. Medikamente können ein Symptom wie Fieber unterdrücken, ohne deshalb die Ursache des Fiebers zu beseitigen. Dadurch taucht das Fieber wieder auf, sobald die Medikamente abgesetzt werden. Wirksamer ist die Behandlung mit Medikamenten, die die Ursache der Krankheit beseitigen, die das Fieber hervorruft. Sobald das geschehen ist, sind überhaupt keine Medikamente mehr notwendig. Insofern ist der Inkrementalismus eine schlechte Therapie.

Diese Kritik scheint mir nicht ganz unzutreffend zu sein, da vor allem heute oft berichtet wird, daß eine Reihe von politischen Problemen nicht nur in Entwicklungsländern der Dritten Welt, sondern auch in den modernen Industriegesellschaften nicht mehr wie wissenschaftliche Probleme nach der Methode von trial and error gelöst werden können. Wenn die Sache so ist, "dann bedarf es für wichtige Problembereiche einer umfassenderen Sozialtechnologie als Sozialtechnik der Einzelprobleme".(27)

Ein Stückwerksozialtechniker kann sicherlich kein "großer" Arzt sein, weil er weiß, daß er über genauere Zusammenhänge von Ursache und Wirkung im sozialen Geschehen nicht gut informiert ist, weiß, daß er kein Allheilmittel zur Verfügung hat, und weil er aus Verantwortungsbewußtsein lieber ein "schlechter Arzt" bleiben will, als ein Gesundbeter zu werden, der die Gesellschaft durch Wundertaten zu heilen versucht.

Die Grenze der Stückwerk-Sozialtechnologie ist vielleicht die Grenze der wissenschaftlichen Politik. Sie ist nur eine von vielen Methoden der Politik. ähnliches gilt für die Demokratie. Sie ist sicherlich nicht immer der beste, kürzeste Weg zur besseren Welt. Kollektive Vernunft ist ebenso fehlbar wie die Vernunft des Einzelnen. Nichtsdestoweniger sollten wir einmal darüber nachdenken, welche Folgen anti-rationale und anti-demokratische Bewegungen in der Geschichte hervorgerufen haben, bevor wir uns ganz der politischen Abenteuer und dem Irrationalismus überlassen.


Anmerkungen
1)Hans Albert, Kritische Vernunft und menschliche Praxis. Stuttgart 1977, S. 26f.:sowie H. Albert, Traktat über kritische Vernunft. 3. Aufl. Tübingen 1975. S.183f.
2)Willy Hochkeppel, Kritischer Rationalismus als Alternative.in: K. Kaltenbrunner (Hrsg.), Plädoyer für die Vernunft. Freiburg/Basel/Wien 1974 S. 87.
3)Karl R. Popper, Logik der Sozialwissenschaften. in Th. W. Adorno, H. Albert u.a., Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie, 6. Aufl., Tübingen 1978. S. 105f.
4)Ebd.
5) Gespräch mit Karl Popper. in: G. Lührs/T. Sarrazin/F. Spreer/M. Tietzel (Hrsg.), Theorie und Politik aus kritisch-rationaler Sicht. Berlin/Bonn 1978. S. 17.
6)H. Albert, Traktat über kritische Vernunft. S.76.
7)Vgl. ebd., S. 77.
8)Vgl. ebd., S. 52.
9)Fritz Rahmeyer, Kritik der Politikkonzeption des Kritischen Rationalismus. in:G. Lührs/T. Sarrazin/F. Spreer/M. Tietzel (Hrsg.), Kritischer Rationalismus und Sozialdemokratie II. Berlin/Bonn-Bad Godesberg 1976. S. 278. Vgl. auch Lothar F. Neumann, Traktat über einige Unzulänglichkeiten des 'Kritischen Rationalismus'. in demselben Band, v.a. S. 83 f.
10)Rahmeyer, a.a.O., S. 276.
11)Rahmeyer, a.a.O., S. 278.
12)Helmut Spinner, Pluralismus als Erkenntnismodell. Frankfurt 1974. S. 275f. Vgl. auch die Stellungnahme von Albert dazu in: Traktat über kritische Vernunft. S. 201.
13)H. Albert, Traktat über kritische Vernunft. S. 41.
14)Vgl. Karl R. Popper, The Rationality Principle. (1967) in:D. Miller (ed.), Popper Selection. Princeton University Press 1985. p. 357 pp.
15)H. Albert, Aufklärung und Steuerung. Hamburg 1976. S. 20. vgl. auch: Ders., Konstruktion und Kritik, Hamburg 1975. S. 166.
16)H. Albert, Aufklärung und Steuerung. S. 178.
17)H. Albert, Aufklärung und Steuerung. S. 23.
18)H. Albert, Traktat über kritische Vernunft. S. 66.
19)T.D. Weldon unterscheidet bei dem, was man allgemein "Problem" nennt, zwischen "Rätsel(puzzle)" und "Schwierigkeiten(difficulty)". Er sieht die Aufgabe der Technologie darin,"Rätsel" zu lösen. Hingegen kann man laut ihm "Schwierigkeiten" nicht "lösen", sondern nur überwinden, verringern, vermeiden oder ignorieren. Siehe T.D. Weldon: Kritik der politischen Sprache. Neuwied 1962. S. 96ff.
20)Vgl. u.a. Ernst Topitsch, Erkenntnis und Illusion. Grundstrukturen unserer Weltauffassung. Hamburg 1979. S. 11 ff.
21)Vgl. K. R. Popper, Logik der Sozialwissenschaften. In: a.a.O. S. 105.
22)Ebd.
23)Ebd. S. 118.
24)K.R. Popper, Das Elend des Historizismus. 5. Aufl., Tübingen 1979. S.70.
25)Vgl.F. Rahmeyer, a.a.O., S. 286 ff.;auch L. Neumann, a.a.O., S. 89f.
26)P. Clever, Kritischer Rationalismus und Konservatismus. In: G Lührs, u.a. (Hrsg.), Kritischer Rationalismus und Sozialdemokratie II. S. 360 f.
27)L. Neumann, a.a.O., S. 88.



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